НОВОСТИ, ХИМЕЛСТИР

Grußwort von Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe Dr. Oliver Schuegraf bei der Vesper am Vorabend der Weihe des erneuerten Klosters in Himmelsthür, 2. Oktober 2026

Ihre Eminenz Metropolit Grigorije von Deutschland,

Sehr geehrte serbisch-orthodoxe Geschwister,

Sehr geehrte Damen und Herren,

Jede Kirche, jedes Kloster bewahrt in sich den Glauben von Menschen vergangener Zeiten. Dieser Glaube steht vor uns in sichtbarer Gestalt: in den Mauern, den Bögen und Fenstern, in den Ikonen und Altären – vor allem aber in den Spuren des Gebets.

Wenn Sie morgen diese Klosterkirche nach den umfänglichen Renovierungs­arbeiten neu weihen, dürfen wir dankbar auf ihre Geschichte zurückblicken. Dieser Ort war zunächst die Kapelle eines evangelischen Frauenheims. Generationen haben hier geglaubt, gebetet, gehofft und Gott gesucht. Seit 1979 wird dieser Weg durch die serbisch-orthodoxe Kirche weitergeführt.

Ich freue mich besonders darüber, heute bei Ihnen als Vertreter der lutherischen Kirchen in Niedersachsen zu sein. Denn über alle Unterschiede unserer kirchlichen Traditionen hinweg verbinden uns gerade Orte wie dieser hier. Er ist ein Zeichen dafür, wie ein Ort des Gebets seine Geschichte nicht verliert, sondern in ökumenischer Verbundenheit neue Glaubenskapitel schreibt.

Ich denke dabei an Psalm 84: „Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaoth!“ Diese Worte haben das Volk Israel über Jahrhunderte begleitet, wenn sie sich dem Jerusalemer Tempel genähert haben. In meiner kirchlichen Tradition hat der Psalm seinen Platz beim Kirchweihfest bekommen. So sei auch heute an die Worte des Psalms erinnert: „Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.  Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in den Zelten der Frevler. Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; / der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!“ 

Eine Kirche wird nicht allein durch ihre Mauern zu einem heiligen Ort. Sie wird es durch die Menschen, die in ihr Gott suchen. Durch jedes Gebet, jedes Lied, jede Kerze und jede Feier der Eucharistie oder der göttlichen Liturgie. So wächst die Geschichte eines Gotteshauses weiter.

Mit der Neuweihe werden neue Stimmen und neue Gebete hinzukommen. Und doch werden die Gebete derer, die vor Ihnen hier gelebt und geglaubt haben, nicht einfach verschwinden. Sie bleiben Teil der Geschichte dieses Hauses.

Ich wünsche diesem Kloster deshalb, dass es ein Ort des Gebets und der Gastfreundschaft wird, ein offener und einladender Ort, an dem Menschen Heimat finden und Gottes Gegenwart suchen. Mögen Menschen hier ihren Glauben entdecken, Orientierung finden, Trost erfahren und auch Menschen unterschiedlicher christlicher Traditionen einander begegnen.

Und möge über allem das Wort des Psalms stehen: „Wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt.“

Gott segne diese Klosterkirche, ihre Gemeinschaft und alle, die durch ihre Türen gehen. Er schenke diesem Ort Frieden, Freude und eine reiche Zukunft.

Amen.