НОВОСТИ, ХИМЕЛСТИР

Grußwort von Dr. Gerhard Feige, Bischof von Magdeburg und Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, anlässlich der Weihe des erneuerten Klosters in Himmelsthür

Eminenz, lieber Metropolit Grigorije!

Liebe Mitbrüder im bischöflichen und priesterlichen Amt!

Verehrte Festgemeinde!

Ich freue mich, dass ich heute am Vorabend der Großen Weihe der Klosterkirche der Entschlafung der Allheiligen Gottesgebärerin unter Ihnen sein kann und die Vesper mit den liturgischen Vorbereitungen für die Weihe mit Ihnen feiern durfte. Gern spreche ich auch im Namen meiner Mitbrüder in der Deutschen Bischofskonferenz der Serbischen Orthodoxen Diözese von Düsseldorf und Deutschland und ihrer Gemeinde hier vor Ort herzliche Glück- und Segenswünsche aus.

Sehr gut erinnere ich mich daran, dass ich vor gut zwei Jahren bereits einmal an einer serbisch-orthodoxen Kirchweihe teilgenommen habe. Damals war es die Kirche des Heiligen Erzengels in Hamburg, zu deren Weihe Seine Heiligkeit Patriarch Profirije nach Deutschland gekommen war. Das war ein bedeutsames Ereignis für die Serbische Orthodoxe Kirche in Deutschland und eine große Freude auch für uns katholische Geschwister und gewiss auch darüber hinaus für alle ökumenisch verbundenen Kirchen hierzulande. So ist es auch jetzt. Ihre Freude, liebe serbisch-orthodoxe Christinnen und Christen, ist am heutigen Tag auch unsere Freude. Freilich ist die serbisch-orthodoxe Kirche in Himmelsthür für Sie und damit auch für unsere ökumenischen Beziehungen ein besonderer Ort. Ursprünglich eine evangelische Kirche, wurde sie Ende der 70er Jahre unter der Leitung des unvergessenen Bischofs Lavrentije gekauft und zum Bischofssitz zunächst der Serbisch-Orthodoxen Diözese für Westeuropa und Australien und später der Diözese für Mitteleuropa, zu der jeweils auch Deutschland gehörte, erhoben. Auch wenn der Bischofssitz 2015 nach Frankfurt und später nach Düsseldorf verlegt wurde, bleibt Himmelsthür bis heute untrennbar mit der Serbischen Orthodoxen Kirche verbunden.

Immer wieder war ich als Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz und ihrer Arbeitsgruppe „Kirchen des Ostens“, aber auch mit der Gemeinsamen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland hier zu Gast. Dies ist Ausdruck der jahrzehntelangen stabilen Kontakte zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Serbischen Orthodoxen Kirche in Deutschland, die mit der heutigen Begegnung eine Fortführung und eine weitere Bereicherung erfahren. Für das gute ökumenische Miteinander unserer beiden Kirchen möchte ich aus Anlass der Kirchweihe an diesem geschichtsträchtigen Ort ausdrücklich Dank sagen. Danken möchte ich von meiner Seite auch all denen, die sich dafür eingesetzt haben, dass das Projekt der Renovierung der Kirche und der Instandsetzung des gesamten Komplexes verwirklicht werden konnte.

In der katholischen Kirche ist in der Liturgie der Kirchweihe eine Lesung aus dem alttestamentlichen Buch Nehemia vorgesehen. Sie endet mit den Worten: „Nun geht, haltet ein festliches Mahl und trinkt süßen Wein! Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben; denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre unseres Herrn. Macht euch keine Sorgen; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke“ (Neh 8,10). Diese überschäumende Freude wünsche ich heute der Serbischen Orthodoxen Diözese von Düsseldorf und Deutschland, der Gemeinde hier vor Ort und der versammelten Festgemeinde. Es ist eine Freude, die nicht die Sorgen und Nöte verkennt, die jeder Mensch hat und die uns auch als Gesellschaft derzeit massiv umtreiben. Es ist die Freude und die Zuversicht, die der Herr allen schenkt, die an ihn glauben. Möge in diesem Grundvertrauen das Kloster in Himmelsthür nach den umfassenden Renovierungsarbeiten der letzten Jahre wieder zu einem lebendigen Ort serbisch-orthodoxer Präsenz, die in Deutschland eine lange und gute Tradition hat, und einem Zentrum serbisch-orthodoxer Spiritualität werden. Und möge es darüber hinaus Begegnungsraum verschiedener Kulturen sein und so einen Beitrag zur Überwindung der tiefen Risse, die durch unsere Gesellschaft gehen, leisten. Dazu wünsche ich Gottes Segen!